Unsere Erfahrungen mit dem Clickertraining

Nach ausführlicher Recherche, wie man unerwünschtes Verhalten beim Hund umtrainieren kann, blieb ich beim Clickertraining hängen. Bei dieser Methode werden die Hunde bei Fehlverhalten nicht bestraft, sondern richtiges Verhalten wird durch Lob verstärkt und gefestigt. Somit soll falsches Verhalten zu korrektem Verhalten umkonditioniert werden. Der Clicker dient dazu dem Hund genau im richtigen Moment für richtiges Verhalten zu loben. Zwar kann man dies auch mit der Stimme machen, doch da die Stimmlage nicht immer zu 100% gleich ist, kann der Laut des Clickers für den Hund eindeutig als Belohnungssignal erkannt werden. Der Clicker signalisiert dem Hund, dass er gerade etwas richtig macht und er dafür auch ein Leckerli erwarten kann.

Ich übe mit Barkley schon seit ein paar Wochen mit dem Clicker. Ziel des Clickertrainings bei uns ist es, die Begegnungen mit anderen Hunden entspannter zu gestalten. Das Problem aktuell: Barkley sieht einen Hund, der auf uns zu kommt, er fixiert ihn, lässt sich nicht mehr ansprechen und fängt bei Annäherung zu bellen an und legt sich in die Leine. Nicht nur, dass man böse Blicke der anderen Hundehalter erhält, Barkleys Verhalten kann auch zu gefährlichen Situationen führen. Fühlt sich beispielsweise ein Hund (unangeleint) durch Barkleys Gekläffe provoziert, kann es passieren, dass er auf ihn zustürzt und verletzen könnte. Damit es nicht so weit kommt, habe ich mir konsequentes Training vorgenommen. Dabei soll mich der Clicker unterstützen.

Bevor das Clickertraining beginnen kann

Wenn der Hund noch nie mit einem Clicker gearbeitet hat, muss man ihn erst einmal an das Geräusch und dessen Bedeutung gewöhnen. Dies geht ziemlich einfach und schnell: Zuhause clickt man einmal mit dem Clicker und gibt dem Hund anschließend ein Leckerli. Dies wiederholt man einige Male, anschließend kann man den Clicker auch aus der Entfernung betätigen und schauen, ob der Hund erwartungsvoll zum Halter blickt / läuft. Hat man die Aufmerksamkeit, gleich wieder mit einem Leckerli belohnen. Wichtig ist, dass man zu Beginn des Clickertrainings nach jedem Click auch ein Leckerli als Belohnung gibt. Schließlich soll der Clicker als absolutes Lieblingsgerät anerkannt werden, mit dem Training Spaß macht. (Bei fortgeschrittenem Training kann dann auch nur nach manchen Clicks ein Leckerli folgen.) Funktioniert auch dies, kann man den Clicker verwenden, wenn der Hund etwas richtig macht: Sitz, Platz, Bleib etc. – wenn das Kommando richtig ausgeführt wird, wird geclickt und anschließend ein Leckerli gegeben. Immer clicken, solange der Hund noch die Bewegung bis zur Endposition durchführt, d.h. bei Platz schon clicken, wenn er sich in den Platz begibt, bei Komm schon Clicken sobald er sich auf den Weg macht. Der Zeitpunkt des Clickens ist extrem wichtig und darf nicht zu spät erfolgen. Da der Hund beim Click weiß, dass er gerade jetzt etwas richtig gemacht hat, kann das Leckerli auch einige Sekunden verzögert erfolgen, da er es somit noch auf die geclickte Situationen beziehen kann. Dies ist der große Vorteil beim Clickertraining, die Belohnung kann auch verzögert erfolgen, der Hund weiß aber trotzdem, für was genau er belohnt wurde.

Für mein Clickertraining verwende ich die Clickerbox von Gräfe und Unzer. Die Box enthält einen Clicker, Kärtchen mit unterschiedlichen Clickerübungen und ein kleines Anleitungsheft. Unter den Übungen befindet sich auch eine Einheit für die Begegnung mit anderen Hunden, woran ich mich auch für mein Training orientiert habe. Die Übungen sind in drei Bereiche unterteilt: Basics, Grunderziehung und weiterführende Tricks. Sobald der Hund die Basics beherrscht, kann er eigentlich fast alles mit dem Clicker erlenen.

Doch nun zurück zu unserem Problem, das wir mit dem Clickertraining lösen wollen:

Clickertraining bei Hundebegegnungen an der Leine

Bei unseren täglichen Spaziergängen sind nun immer der Clicker und Leckerlis dabei. Bei richtigem Verhalten, ohne dass ein anderer Hund in der Nähe ist (z.B. Beifuß laufen oder Blick zu mir), bekommt Barkley sein Lieblingstrockenfutter als Leckerli, nachdem ich geclickt habe. Sobald sich eine Hundebegegnung ankündigt, wird Barkley für jeden Blick zum anderen Hund geclickt. Wendet er sich daraufhin zu mir, bekommt er ein besonderes Leckerli. Dies wird solange weitergemacht, bis man mit etwas Abstand am anderen Hund vorbeilaufen konnte (Idealfall) oder bis Barkley seine Aufmerksamkeit zu sehr auf den Hund lenkt und sich nicht mehr clicken lässt. Dann gibt es ab dem Zeitpunkt keine Leckerlis mehr und ich laufe schnell und ohne Beachtung seines Bebells am anderen Hund vorbei. Dadurch soll er lernen, dass eine Begegnung mit anderen Hunden etwas Positives ist, für das er sogar belohnt wird. Doch sobald er in seine alte Routine verfällt, wird die Belohnung gestoppt.

Gestern hatte ich mein erstes Erfolgserlebnis: Wir liefen einige Zeit einem anderen Hund hinterher, der etwas langsamer unterwegs war als wir. Irgendwann war es soweit, dass wir ihn überholen mussten. Mit Clicken und Belohnen hat das Vorbeigehen ohne Bellen geklappt. Dafür gabs natürlich ein dickes Lob im Anschluss. Ich hoffe, dass wird künftig mehr solcher Erfolgserlebnisse habe werden.

Fazit nach einigen Wochen Clickertraining

Durch den Clicker kann ich Barkleys Aufmerksamkeit bei Spaziergängen leichter auf mich lenken. Dadurch ist er öfters bzw. länger ansprechbar, auch wenn andere Hunde auftauchen. Wichtig ist, dass man konsequent trainiert und nicht mehr in das alte Muster verfällt. Denn schließlich soll er sein altes Verhalten ja umtrainieren und dafür braucht er klare Regeln. Ich bin bisher sehr zufrieden mit dem Clickertraining und Barkley hat recht schnell verstanden, was das Clicken bedeutet. Sobald ich den Clicker in die Hand nehme, weicht er nicht mehr von meiner Seite. Mir ist bewusst, dass wir noch viele Spaziergänge vor uns haben, mit teilweise anstrengenden, demotivierenden Hundebegegnungen, aber auch mit hoffentlich besser werdenden Begegenungen. In den nächsten Monaten werde ich euch berichten, wie sich die Situation entwickelt hat.

 

Wenn auch ihr bereits Erfahrungen mit dem Clickertraining gemacht habt, freue ich mich auf eure Kommentare!

Reisen ist meine Leidenschaft. Ich lasse mich gerne von verschiedenen Mentalitäten und Kulturen inspirieren. Egal ob Autoreisen oder mit dem Flugzeug, für mich ist bereits der Weg zum Urlaubsziel Teil der Reise. Zuhause unterhalte ich gerne unseren Hund oder probiere neue Rezepte in der Küche aus. Hier schreibe ich über alles, was mir im Leben begegnet und wovon ich begeistert bin.

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