Zu Besuch bei der Hannoverschen Kaffeemanufaktur

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Wenn wir unterwegs sind – egal ob in Deutschland oder woanders – und in ein Café einkehren, darf ein Cappuccino natürlich nicht fehlen. Ein richtig guter Cappuccino braucht in meinen Augen eine dicke Portion Milchschaum, auf der der Zucker liegen bleibt. Bevor ich mit dem eigentlichen Trinken beginne, löffel ich gerne etwas von dem Schaum und dem Zucker ab – die Kombination schmeckt einfach herrlich. Doch nicht nur der Milchschaum ist entscheidend, ob ein Cappuccino schmeckt oder nicht, auch der Kaffee muss aromatisch und gut sein. Doch woran erkennt man eigentlich, ob man gut gerösteten Kaffee vorgesetzt kriegt, der nicht gesundheitsschädigend ist? Die Antwort gab uns Andreas Berndt während einer Führung durch seine eigene Kaffeemanufaktur.

Infos zur Hannoverschen Kaffeemanufaktur

Der Inhaber der Hannoverschen Kaffeemanufaktur, Andreas Berndt, beschloss im Jahr 2011 eine eigene Kaffeerösterei zu eröffnen. Während mehrerer Aufenthalte im Ausland lernte er die Arbeit in Röstereien rund um die Welt hautnah kennen und konnte sich ein breites Wissen rund um Kaffeebohnen und die Kaffeeherstellung aneignen. Ein Jahr später wurde sein Traum Realität und er eröffnete im März 2012 seine “Hannoversche Kaffeemanufaktur”. 2014 folgte ein eigener Kaffeeshop in der Galeria Kaufhof am Hauptbahnhof Hannover und im Februar 2016 eine weitere Rösterei in Burgdorf. Die Geschichte von Andreas zeigt, dass man seine Träume durchaus verwirklichen kann, auch wenn man beruflich eine völlig andere Richtung eingeschlagen hat (er hat vorher als Lehrer gearbeitet).

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Das Wichtigste beim Kaffeerösten

1. Auswahl der richtigen Kaffeebohnen

“Eine ausgezeichnete Kaffeebohne ist die Grundlage einer jeden Tasse guten Kaffees!” – und gerade deshalb muss für den perfekten Kaffee bereits das richtige Anbaugebiet ausgewählt werden. Wesentliche Faktoren für die Entstehung guter Kaffeebohnen sind die Anbauhöhe (ca. 1500 Meter), die Temperatur und die Sonneneinstrahlung (50% Sonne, 50% Schatten pro Tag). Ein idealer Raum für Kaffee sind somit Regionen im 25sten Breitengrad nördlich und südlich des Äquators. Die Kaffeebohnen, die bei Andreas verwendet werden, stammen von kleinen Kaffeeproduzenten von unterschiedlichen Ländern, da er besonders Wert auf hohe Qualität legt und keine Massenware verwenden möchte.

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2. Optimale Röstung

“Die beste Kaffeebohne der Welt schmeckt nicht, wenn man sie nicht richtig röstet!” – in der Hannoverschen Kaffeemanufaktur wird deshalb das Wiener Röstverfahren angewendet, das durch lange Röstzeiten für ausgeprägtes Aroma sorgt. Manche Röstereien möchten in möglichst kurzer Zeit viel Kaffee herstellen. Das Fazit: Die Bohnen werden oft nur wenige Minuten bei sehr starken Temperaturen (bis zu 600°C) geröstet und sind deshalb weniger bekömmlich und haben wenig Geschmack. Hier in Hannover wird jede Bohne circa 20 Minuten bei maximal 190°C geröstet, jeder Röstvorgang wird dabei von Hand durchgefürt, da die Bohnen zu unterschiedlich sind um sie nach einem Röstprogramm fertigzustellen.

Wie erkennt man als Laie, ob ein Kaffee aus guten Kaffeebohnen hergestellt wurde?

Während der Führung durch die Kaffeemanufaktur, gab uns Andreas Tipps, wie man gut geröstete Kaffeebohnen erkennen und guten Kaffee schmecken kann:

  • Die Kaffeebohnen sind weder zu hell noch zu dunkel. Optimalerweise haben sie eine bräunliche Färbung ohne ölig zu sein. Wenn sie fettig wirken, wurden sie zu stark geröstet.
  • guter Kaffee ist leicht bekömmlich. Bei zu kurz geröstetem Kaffee ist Chlorogensäure enthalten, die Magenschmerzen und -drücken verursachen kann. Bei einer Röstzeit von über 15 Minuten wird dieser Gerbstoff abgebaut.
  • zu hohe Rösttemperaturen führen zu Acrylamidbildung, was gesundheitsschädigend ist
  • richtig gerösteter Kaffee schmeckt hocharomatisch und hinterlässt einen Nachgeschmack im hinteren Bereich des Mundes, der auch nach dem Kaffeetrinken noch ca. 30 Minuten anhält
  • Guter Kaffee schmeckt auch kalt. Also immer einen Schluck übrig lassen und ihn auch kalt probieren.

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Für mich als totale Anfängerin im Bereich der Kaffeeröstung war der Einblick in eine Kaffeemanufaktur sehr spannend. Seit dem achte ich bewusster auf den Geschmack der unterchiedlichen Cappuccini. Glücklicherweise scheinen die Kaffeegetränke meines Lieblingscafés von guter Qualität zu sein – zumindest haben sie meinen Geschmackstest bestanden. Matthias ist seit der Führung so sehr fasziniert, dass er sich einen Kaffeevollautomaten anschaffen möchte, damit er selbst guten Kaffee herstellen kann 😀

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Reisen ist meine Leidenschaft. Ich bin gerne an verschiedenen Orten und lasse mich von der dortigen Mentalität und Kultur inspirieren. Egal ob Autoreisen oder mit dem Flugzeug, für mich ist bereits der Weg zum Urlaubsziel Teil der Reise. Zuhause unterhalte ich gerne unseren Hund oder probiere neue Rezepte in der Küche aus. Hier schreibe ich über alles, was mir im Leben begegnet und wovon ich begeistert bin.

1 Gedanke zu „Zu Besuch bei der Hannoverschen Kaffeemanufaktur

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